Uwe Alex

1938-2004

Woltersdorf 1963. Für den Berliner Künstler Uwe Alex Zwischenstation in einem konfliktreichen Lebensabschnitt. Zehn Jahre zuvor hatte der gebürtige Hallenser als Fünfzehnjähriger die politisch motivierte Inhaftierung seines Vaters, einem überzeugten Kommunisten, erlebt.

1955 fasst er nach einem Besuch der Kasseler „documenta“ den Entschluss, Bildhauer zu werden: 1957 begann er an der Burg Giebichenstein ein Studium, das er in Berlin-Weißensee fortsetzte. Kurz vor der Diplom-Prüfung 1963 wurde er exmatrikuliert. Der Grund: Sein Bekenntnis zur Kunst von Henry Moore. Die darüner entfachte Debatte mit Parteileitung und Studierenden der Hochschule musste auf Anweisung von Walter Ulbricht beendet werden.

Das hieß für Uwe Alex raus aus Berlin, rein in die Produktion. Die verordnete Zwangsarbeit im Kalkwerk Rüdersdorf ließ seine latente Lungentuberkulose wieder aufbrechen, monatelange Aufenthalte in Sanatorien folgten und auch die Eröffnung einer umfangreichen Stasiakte.

Erst 1965, mit 26 Jahren, satbilisierte sich sein Gesundheitszustand. Inzwischen wieder in Berlin, wurde ein Anknüpfen an das bildhauerische Schaffen möglich, später auch grafische Arbeiten, umfassende Texte zu allen möglichen Themen der Kunst, Politik, Philosophie und des Alltags, Immer unterbrochen von Brotjobs beim Kindertheater, Maxim-Gorki-Theater, beim Buchdienst, bei der Deutschen Schallplatte, bei der Borkenkäferbekämpfung in Suhl und am Stendaler Theater.

Mit 51 Jahren erlebte er die Wende. Sein plastisches Werk hatte er inzwischen aufgegeben, fühlte sich mehr als Maler. Nach der Atelierräumung im Prenzlauer Berg konnte er dem Künstlerhof Buch unterkommen und hat dort zwei große Ausstellungen machen können.

Mit 60 Jahren zog er in einen Bauwagen und half auf dem Acker vom Biohof „Eichhorn“ mit, worauf er 2 Jahre später nach Rüdnitz zog und weiterhin in die Arbeit auf dem Hof eingebunden war.

Mit 62 Jahren wurde er endlich rehabilitiert, d.h. sein Diplom wurde ihm von der Kunsthochschule Weißensee zuerkannt. Gemalt und Texte geschrieben hat er bis zum Schluss. Er ist mit 66 Jahren ab den Folgen einer Gehirnblutung gestorben.

Er war dreimal verheiratet und ist Vater von vier Töchtern.